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Persönliche Meinungen und Thesen

Artikel - Infos und Tipps

Bundespräsident Horst Köhler tritt zurück

Zuerst nahm der konservative Roland Koch seinen Hut.
Nun tritt gar der Bundespräsident ab.

Nach heftiger Kritik vom linken Flügel ist nun gar der Bundespräsident zurückgetreten.
Der Spiegel tritt daraufhin noch einmal nach:
Mann und Amt passten nicht zusammen: Die Art des Rücktritts, dieses Beleidigtsein, diese Mischung aus Selbstmitleid und Wut auf Andere, bestätigt diesen Befund. Ein Bundespräsident tritt nicht zurück, weil er – im Rahmen des üblichen demokratischen Debattenprozesses – kritisiert wird. Das ist eine Überreaktion, die dem Amt nicht angemessen ist.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,697833,00.html

Amt und Mann passten natürlich zusammen, aber der Spiegel und die Sueddeutsche Zeitung keilen zurzeit gegen alles, was auch nur ansatzweise wirtschaftsfreundlich sein könnte.

Deutschland braucht keine Arbeitsplätze, Deutschland braucht keine Unternehmer und Deutschland braucht keinen wirtschaftlichen Sachverstand.
Die Bürger dieses Landes sind unendlich reich und können bequem mit Steuererhöhungen, steigenden Schulden und steigenden Steuern leben.

Weg mit der Wirtschaft.

Was hatte denn unser Bundespräsident gesagt:
Köhler hatte seine Äußerungen am letzten Samstag unmittelbar nach seinem ersten Besuch bei den deutschen Soldaten in Nordafghanistan gemacht. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, die Bundeswehr kämpfe in Afghanistan für “unsere Sicherheit”. Es sei in Ordnung, dass darüber immer wieder kritisch diskutiert werde.

“Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Weg sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unserer Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen.”
http://www.stern.de/politik/ausland/koehler-steht-weiter-in-der-kritik-entweder-unkenntnis-oder-ungeschicklichkeit-1569808.html

Unter dem Titel
“Schwadroneur im Schloss Bellevue”
wurde in Sueddeutschen Zeitung folgender Artikel als Kommentar veröffentlicht:
Wenn es um den Bundespräsidenten geht, gilt im politischen Betrieb eine Art Vereinbarung auf Gegenseitigkeit. Das Staatsoberhaupt steht unter dem Schutz der Würde seines Amtes, Kritik an ihm wird entsprechend vorsichtig dosiert. Vom Präsidenten seinerseits wird erwartet, möglichst wenig Anlass zur Kritik zu geben und seine Worte vorsichtig zu wählen.
Für die Dauer eines kurzen Radiointerviews hat Horst Köhler seinen Teil dieser Vereinbarung vergessen. Darin schlug er ungelenk den Bogen vom Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan zu deutschen Arbeitsplätzen. Über die Mission am Hindukusch verraten Köhlers Worte wenig, über die Probleme mit seinem Amt bedrückend viel.

http://www.sueddeutsche.de/politik/koehler-zu-militaereinsaetzen-schwadroneur-im-schloss-bellevue-1.950985

Deutschland wird sich darauf einstellen müssen, daß es nicht mehr allzuviele gibt, die sich solche Attacken gefallen lassen wollen.
Die Verlierer sind die einfachen Menschen.

Bleibt die Hoffnung, daß die Steuersubvention von 7% für Zeitungen und Zeitschriften fällt und in Zukunft für diese Unterhaltungsmedien 19% MwSt zu zahlen sind.
Reich genug sind die Verlage, um das aus der eigenen Tasche zu zahlen. Preiserhöhungen wären dann die reinste Abzockerei.

Nachtrag:
Die Sueddeutsche tritt noch einmal kräftig nach:
Die Flucht des “Null-Bock-Horst”

Ein Kommentar von Kurt Kister

Horst Köhler schmeißt hin und fügt dem Amt des Bundespräsidenten großen Schaden zu. Der 67-Jährige tritt ab, weil er beleidigt ist und sich der öffentlichen Debatte über seine Afghanistan-Äußerungen nicht stellen will. Dies offenbart: Der hölzerne Köhler war stets bemüht – und überfordert.
http://sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-tritt-zurueck-die-flucht-des-null-bock-horst-1.952519

Die Sueddeutsche versinkt nun im Billig-Journalismus.

Geldkomiker Thilo Sarrazin – Dann müssen die Griechen eben Insolvenz anmelden

Selten hat sich Deutschland ein solchen unfähiges Bundesbank-Mitglied geleistet.
Alles in Brand stecken ist ja wunderbare SPD-Politik.
Am Beispiel Thilo Sarrazins erkennt man, welch dünne Personaldecke die SPD inzwischen im Bereich Wirtschaft aufweist. Weit und breit keine Ahnung.

Sarrazin: Dann muss Griechenland das tun, was jeder Schuldner tut – es meldet eben Insolvenz an.

SN: Aber das ist doch für viele ein Schreckgespenst. Unter anderem, weil dies eine große Gefahr für den Euro wäre.

Sarrazin: Das hat mit dem Thema Währung nichts zu tun. Dass General Motors in die Insolvenz gegangen ist, hat den Dollar nicht beeinträchtigt.

Lieber Herr Sarrazin,
Griechenland ist ein Staat und keine Aktiengesellschaft.
Von einem Bundesbank-Mitglied ist zu erwarten, daß er wirtschaftliche Grundkenntnisse mitbringt.
Kreditwürdigkeit hat mit Vertrauen zu tun.
Die Regierung Griechenlands wird gewählt und nicht von Kapitalgebern eingesetzt. Eine Insolvenz hat immer unverhersehbare Folgen und ist unberechenbar. Die Firma GM ist noch nicht gerettet, es gibt Menschen, die kaufen kein Auto von GM, weil GM staatliche Hilfe in Anspruch genommen hat.
Eine gewähltes demokratisches Parlament in Europa das Insolvenz anmelden muß verliert jegliches Vertrauen im Lande.
Griechenland war von 1967 bis 1974 eine Militärdiktatur.

Thilo Sarrazin Interview

Am Abend kam dann auch prompt das Dementi von der Bundesbank:
“Ich habe in dem Gespräch mit den ‘Salzburger Nachrichten’ meine persönliche Meinung geäußert”, wird Sarrazin von Bundesbanksprecher Benedikt Fehr am Freitagabend zitiert.”

Da muß man sich doch ernsthaft fragen, ob Frau Merkel sich zu politischen Themen äußern kann, die dann als nicht die Meinung der Bundesregierung hingestellt werden.

Herr Sarrazin kann sich zu allem äußern, er sollte nur dabei kein Gehalt der Bundesbank abzocken und Rentenansprüche erwerben.
Das Gehalt und die Rentenansprüche zahlt die Allgemeinheit, damit er seinen Job ordentlich ausführt und nicht als Bundesbank-Mitglied persönliche Meinungen vorträgt, die konträr zu den Zielen und Inhalten der Bundesbank stehen.

Rennertshofen – Sex auf der Empore

Böse endete das Jahr 2009.
In der Rennertshofer Kirche wurde ein Pärchen beim Liebesakt erwischt, während der Rosenkranz vor dem Morgengottesdienst um 8.30 gebetet wurde.
Ein Kirchenbesucher hat das Paar in flagranti erwischt, der Mesmer hat das Paar noch gesehen, als sie von der Empore herunterkamen.
Alarmiert wurde der Mesmer durch seine Frau, die hinten in der Sakristei saß und von oben Geräusche und Gekicher gehört hatte.

Der Pfarrer hat den Fall sofort der Polizei gemeldet und in der abendlichen Predigt seine Bestürzung über die mangelnde Hemmschwelle der Menschen vorgetragen.
Wie sich herausstellte, war der männliche Täter ein Polizist, der sofort von Dienst suspendiert wurde.

Fazit:
All dies hätte verhindert werden können, wäre die Kirche nicht beheizt, fände der Morgengottesdienst wie früher um 6:30 Uhr statt, würden die Polizisten ordentlich bezahlt und würde Moral und Anstand herrschen.
Sinnvollerweise heiratet der Polizist seine Geliebte, dann gibt es Trennungszulage, da der Polizist ja nicht mehr in Rennertshofen eingesetzt werden kann.

Link: Artikel Augsburger Allgemeine

Fake? Michaele und Tareq Salahi bei Obama

Wie Spiegel Online berichtete, schlichen sich ungebetene Gäste zum Staatsdinner Obamas für den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh ein.

Eingeladen waren sie nicht.

Der Secret Service prüft nun, wie es dem Paar, das zu den Kandidaten für die Reality-TV-Show “Real Housewives of D.C” gehört, gelingen konnte, die Sicherheitsmaßnahmen auszutricksen.

Eine Schwachstelle soll es schon gegeben haben.

Die ganze Sache kam erst heraus, als das Paar Bilder vom Empfang auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten.

Liebe Spiegel-Redakteure, ist denn heute der 1. April?

Am 1. April mag so eine Story ja interessant sein, aber am 26.11.?

Könnte es nicht sein, daß amateurhafte Grafikkünstler erste Versuche mit einem Bildbearbeitungsprogramm unternommen haben?

Der Laie mag gewisse optische Verzerrungen erkennen, die den harmonischen Bildabauf stören.

Die Ränder um die ungebetenen Gäste sind bei so manchem Bild hart, siehe insbesondere bei der Abbildung mit dem Chief of Staff Ron Emanuel.

Das Auflegen des Pfötchens, bei wem auch immer, würde ich mal als groben Verstoß gegen die Etiquette bezeichnen, bei Staatsbesuchen ist das eher gewöhnungsbedürftig.

http://www.spiegel.de/images/image-35743-galleryV9-wiro.jpg

Auf jeden Fall wird man in der Spiegel-Redaktion einmal ernsthaft darüber nachdenken müssen, ob solche News nicht besser mit einem Fragezeichen, anstatt einem Ausrufezeichen versehen werden sollten.

Zum Artikel: http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,663536,00.html

Aktien, Gold und Reichtum

Reich zu werden, ist wieder ganz einfach geworden.
Der amerikanische Notenbankpräsident zeigt, wie es geht.
Einfach Aktien und Gold kaufen und beim fröhlichen Verdienen mitmachen.
Liquidität ist das Zauberwort.
Auf der Bank gibt es so gut wie keine Zinsen, aber bei Aktien und Rohstoffen liegt das große Geld auf der Straße.
Die jetzige Wirtschaftskrise ist ganz einfach entstanden.
Der ehemalige amerikanische Notenbankpräsident Alan Greenspan wollte den Amerikanern zu Reichtum verhelfen.
Zinsen herunter und jedem einen Kreditvertrag geben.
Das Einkommen des Kreditnehmers war völlig uninteressant.
Warum sollte es auch eine Rolle spielen?
Nehmen wir an, jemand möchte gerne einen Porsche fahren.
Er geht zur Bank und nimmt einen Kredit zu 10% auf.
Damit es funktioniert, kauft er ein Haus für 1 Mio Dollar.
Da sich nun alle ein Haus leisten können, steigt der Wert des Hauses in einem Jahr bestimmt auf 1,2 Mio.
Nach einem Jahr wohnen im 1 Mio-Haus hat er sich seinen Porsche für 100.000 Dollar verdient.
Geht doch ganz einfach.
Gleiches, weil es gar so gut funktioniert hat, geschieht nun an den Aktien- und Wertstoffbörsen.
Clever wie alle sind, werden die ausgelacht, die nicht mitmachen.
Sie haben nicht verstanden, daß Aktien etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun haben und es völlig gleichgültig ist, ob die Firma Geld verdient und mit was sie Geld verdient.
Bis auch die Putzfrau endlich merkt, wie das große Geld verdient wird und zur Sparkasse rennt.
Dann gilt es rechtzeitig auszusteigen.
Wer zu spät aussteigt, kann auf staatliche Hilfe hoffen, sofern seine Schulden hoch genug sind.

Um die Putzfrau kümmert sich keiner.
Warum auch?
Sie hat ja unterschrieben, die Risiken von Aktienanlagen zu kennen.
Juristisch ist das im Juristenland Deutschland alles in Ordnung.

Ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben bis dorthin die Aktienhändler und Banken.

Blog Handelsblatt:  Fröhliches Aufblasen an der Wallstreet

Opel – Fehlentscheidung in Detroit

GM pokert hoch und wird wohl alles verlieren.
Im Prinzip wäre die Entscheidung richtig, Opel im GM-Verbund zu belassen.
Fiat möchte Chrysler mit europäischen Autos sanieren.
Da wäre es für GM viel einfacher, GM mit Opel zu sanieren.
Doch daran wird in Detroit im GM-Verwaltungsrat nicht gedacht.
Stattdessen wird auf Staatshilfe gepokert, die europäischen Regierungen werden Opel schon retten.
Ein trügerisches Spiel.
Zum einen wurde Russland verärgert, dort soll immerhin in den nächsten Jahren der größte europäische Markt entstehen.
Putin wird nun den Marktanteil von GM in Russland genauer unter die Lupe nehmen.
Die Kanzlerin, die sich von der SPD in die Opel-Retter-Rolle treiben ließ, ist beschädigt.
Die FDP wird sich bei Herrn Schäuble für die Mißachtung der Steuersenkungspläne bedanken.
Wer keine Steuern senken kann, weil er keine höhere Schulden machen will, der kann bei Opel nicht die Spendierhose anziehen.
Diese Ausgabe für Opel finanziert sich mit Sicherheit nicht selbst.
Da GM kein Konzept für Opel vorweisen kann, das dauerhaft tragfähig ist, bleibt nur die Abwicklung des Unternehmens.
So hart das im Einzelfall klingen mag, aber es bestehen Überkapazitäten, und eine Erhaltung von Opel auf Staatskosten verschlingt Steuermittel, ist nicht zukunftsfähig und beschädigt die anderen deutschen Automobilhersteller.
Damit rechnet man in Detroit nicht, aber genau dies wäre jetzt notwendig.
Der Imageschaden für GM, aber auch für Amerika und Obama, ist gewaltig.
Die Einführung des GM-Elektroautos, entwickelt in Rüsselsheim, können sie erst einmal auf später verschieben.
Wer möchte einen neuen Astra kaufen?
Wer möchte einen neuen Astra vor der Türe stehen haben, den der deutsche Steuerzahler massiv subventioniert?
Da wünsche ich allen Astra-Käufern viel Spaß mit ihrem neuen Auto.

“Die Bundesregierung bedauert die Entscheidung des Verwaltungsrates von General Motors, Opel nun in eigener Regie zu restrukturieren und im Konzern zu behalten”
Regierungssprecher Ulrich Wilhelm

Bezahlt GM 1,5 Mrd. EUR Überbrückungskredit zurück und die Bundesregierung und die Länder zahlen, wie von GM gewünscht 3 Mrd, dann verbleiben 1,5 Mrd. EUR, die nicht lange reichen.
Dann wird es nicht nur bei Opel eng, sondern auch für die Bundeskanzlerin.

Aber auch GM ist in den USA noch lange nicht über den Berg.
Zum einen sind die Fortschritte von Ford schon sichtbar, aber auch Hyundai wird GM auf dem amerikanischen Markt noch erheblich zusetzen und VW muß seine Präsenz auf dem amerikanischen Kontinent erheblich ausweiten, möchten man die Nr. 1 in der Welt werden.

Süddeutsche: Das Opel Desaster

Fehlstart der neuen Bundesregierung

Kein Ruck geht durch Deutschland.
Angela Merkel und Wolfgang Schäuble möchten die Probleme in diesem Lande gerne aussitzen und hoffen auf bessere Zeiten.
Dem steht aber ein klarer Wählerauftrag gegenüber. Noch kurz vor der Wahl wurde darüber diskutiert, ob es nicht besser sei, die Große Koalition weiterzuführen.
Der Wähler hat dem eine klare Absage erteilt, er möchte Veränderungen.
Und das aus gutem Grunde.
Der Bürger wird ständig zur Kasse gebeten, zuletzt mit 3% Mehrwertsteuererhöhung. Gebracht hat es nichts. Der Staatsapparat wurde immer rigider, der Bürger und die Unternehmen wurden mit Vorschriften und aberwitziger Regelungen überzogen.
Der neueste Vorschlag des Finanzministeriums, bei Verlagerungen von Unternehmensteilen ins Ausland die Gewinne abzuschöpfen, zeigt wohin die Reise geht.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise entstand nach Ansicht vieler Experten, durch die wachsenden Handelsungleichgewichte.
Jetzt darauf zu setzen, daß die Exporte wieder anspringen und die Verschuldung der amerikanischen Haushalte neue Blüten treibt, ist törricht.
Es fehlen die Wachstumsimpulse in Deutschland.
Bei der netten Diskussion um Steuersenkungen ist eines zu bedenken.
Viele halten es für Scharlatanerie, daß sich Steuersenkungen selbst finanzieren sollen.
Sie sind sich aber auch ganz sicher, daß Steuererhöhungen äußerst schädlich für die Konjunktur sind.
Was denn nun? Das ist in sich unlogisch.
Es scheint doch wohl eher so zu sein, daß sich Steuersenkungen teilweise selbst finanzieren und Steuererhöhungen aufgrund ihres Bremseffektes überdimensioniert werden müssen.
Der feine, aber große Unterschied besteht darin, daß Steuersenkungen positive Effekte erzeugen und Steuererhöhungen negative.
Wie stark die positiven Effekte sind, hängt insbesondere von der Form der Steuersenkungen ab.
Einmalige Steuerschecks scheinen z.B. sehr große Effekte zu haben, außerdem wirken Steuerentlastungen für Bürger mit niedrigem Einkommen konjunkturell bestimmt stärker, als bei Personen mit hohem Einkommen.
Deswegen kann man aus meiner Sicht auch nicht unbedingt sagen, wie im Blog Chefsache der Wirtschaftswoche geschrieben, es wäre ein großer Fehler der Koalition gewesen, so viele Milliarden Euro für Sozialpolitik auszugeben.
Es kommt einzig auf die Wirkung an. Gewählt wird erst wieder später, die Wirkung bleibt aber.
In seinem Blogbeitrag weist Roland Tichy auf die vielen Kleinigkeiten und Prüfanträgen im Koalitionsvertrag hin.
Es ist eine schwierige Sysyphusarbeit, diesen Staat wieder flottzumachen.
Vorzuwerfen ist der neuen Koalition, daß es ihr nicht gelungen ist, einen Ruck durch Deutschland auszulösen.
Im Prinzip wurde das Pferd von hinten aufgezäumt.
Hätte man mit einem Einsparknaller von z.B. 20 Mrd begonnen, z.B. durch die Streichung von ineffizienten Weiterbildungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit, dann hätte jeder Verstanden, daß man 10 Mrd. gezielte Steuerentlastung weitergeben darf.
Von diesen 10 Mrd hätten sich 10, 20, 30 oder 40% selbst finanziert.
In der Zwischezeit hätte man weitergraben und neue unsinnige Ausgaben freischaufeln können.
Das gebt aber nur, wenn alle Ministerinnen und Minister bereit sind, in ihren Etats zu graben, ihre Gesetze und Verordnungen Millimiter um Millimeter nach Ineffizienz absuchen, mit dem Ziel, die Bürger zu entlasten und die Verschuldung zu senken.
So aber wird Schäuble auf die Selbstheilung hoffen und damit Schiffbruch erleiden, schneller als er sich das heute vorstellen kann.
Bis er es merkt, werden viele Strukturen zerstört sein, die den Wohlstand dieses Landes in den letzten Jahrzehnten sicherstellten.
Derzeit findet ein rasantes Verschwinden von mittelständischen Betrieben und Personengesellschaften statt, dies wird die Wirtschaftskraft und damit die Steuerkraft Deutschlands erheblich verändern.
Dann spricht niemand mehr über 20 Mrd. EUR.
Die Alternative der Steuersenkungsgegner, Schuldenabbau durch höhere Steuern und Abgaben, führt aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Abgrund, weil einem solchem Vorhaben meist der Wille zu Einsparungen fehlt und mit den höheren Einnahmen oft neue Trostpflaster verbunden werden, um Stimmen einzukaufen.
Höhere Belastungen verhindern aber bei den Unternehmen Investionen und Innovation, da die Bildung von notwendigem Eigenkapital verhindert wird.
Auch die Verbraucher würden an den für einen ausgeglichenen Haushalt notwendigen Mehrwertsteuersätze von 30 bis 35% schwer zu knabbern haben und mit Konsumverzicht reagieren.
Es bestehen drei Alternativen, entweder
a) nichts tun und hoffen, daß die amerikanischen Verbraucher eine neue Schuldenrunde einlegen,
b) den bequemen Weg wählen und Steuern und Abgaben anheben wie bisher, mit perspektivischen Mehrwertsteuersätzen von 30, 40, 50%
c) den unbequemen Weg wählen und Ausgaben kürzen, Steuern senken, Gesetze entrümpeln.

Jenseits aller Zahlenspiele sollte auch der raffgierige Blick auf die reinen Zahlen aufgegeben werden.
Eine Regierung, der zugetraut wird, daß sie beherzt und ernsthaft die Probleme angeht, setzt auf jeden Fall mehr Kräfte frei, als eine Regierung, die ihren Passagieren mitteilt, hoffentlich fliegen wir nicht aus der Kurve.

Warten wir es ab.

WiWo Chefsache: Nachwahlfrust

Quelle – Nichts geht mehr

Auch um 19.00 Uhr geht auf der Quelle-Seite so gut wie nichts mehr.
Die Räumungsverkäufe dürften wohl äußerst mager gewesen sein, da die Webseite völlig überlastet war.
Ein Shopping-Vergnügen stellt sich da nicht ein.
Unprofessionell wurde bereits die Startseite mit Grafiken vollgestopft, anstatt den Traffic erst einmal zu verteilen.
So konnten sich die Shopper nur über den Strech-Hosenanzug auch in vielen Spezialgrößen erfreuen.
Alles muß raus – aber es geht nichts raus.
Meine Quelle.
Es ist sicherlich schwer einen Katalogversender innerhalb weniger Jahre zu einem erfolgreichen Internethändler umzubauen.
Quelle ist erst an einem Strukturwandel gescheitert und dann endgültig an der Finanzkrise, da sich niemand gefunden hat, die Käufe der Kunden vorzufinanzieren.
Der Schaden ist immens.
Wenn Politiker nun behaupten, die 50 Mio EUR für den Druck des Kataloges wären abgesichert und es würde dem Staat kein Schaden entstehen, dann ist das nur Vordergründig richtig.
Beim Druck des Katalogs wurde Geld verschwendet und landete in der Tasche des Bertelsmann-Konzerns, mit besten Beziehungen zu Frau Merkel.
Betrachtet man sich die Pressemitteilungen, wie die Politiker mit dem Druck des Katalogs unter Druck gesetzt wurden, dann kann nur der Schluß gezogen werden, es war schäbig.
Der Katalog wandert in die Papierpresse, es wird Online verkauft, die Druckereien bekommen ihr Geld, in die Röhre sehen die Lieferanten der Waren.
Meine Quelle.
Zeit darüber nachzudenken, welche Erinnerungen an Quelle zurückbleiben.
In der Kindheit war es immer ein Erlebnis, den neuen Quelle-Katalog in der Hand zu halten, jeder wollte ihn als Erster druchblättern.
Verbarg er doch die potentiellen Weihnachtsgeschenke, die dem Christkind übermittelt werden konnten.
Wie aus interner Quelle berichtet wurde, gab es allerdings für den Konzern öfters Ärger, ob denn die Inhalte der dargestellten Unterhosen richtig dimensioniert seien. 
Es gab auch einige Glückliche, die Vorkollektionen günstig erwerben konnten.
Hatte man Glück, lag man im Trend, hatte man Pech, lag man völlig daneben. Man war seiner Zeit immer etwas im Voraus.
Dann war da auch die Zeit, als ein Chef seinen Zögling nach Hannover schickte, um ein Versprechen gegenüber Quelle einzulösen.
Ein Lagerhaus, eine Palette Schneider Homecomputer, eine Palette Bücher und Software, jede Menge Verkäufer, die lernen mußten, die richtige Diskette im richtigen Zeitpunkte aus dem Laufwerk herauszuziehen und dann die richtige der drei verbliebenen Disketten wieder einzulegen.
Bei Fehler Crash.
Viele unterschätzen wohl, welche Mengen von bestimmten Produkten abgesetzt wurden, wenn Quelle ein Sonderprospekt druckte.
Da mußte die Produktion vorher ordentlich hochgefahren werden, um lieferfähig zu sein.
Nicht vergessen werden sollte der Beitrag, den Quelle für die deutsche Wiedervereinigung geleistet hat.
Täglich pendelten Busse von Ostdeutschland nach Nürnberg, bis das Auslieferungslager in Leipzig fertiggestellt war.
Zuletzt habe ich dann eine Mitteilung von Quelle bekommen, ich möge doch am Tag X zuhause sein, da dann der bestellte Kühlschrank geliefert würde.
Ich hatte aber gar keinen bestellt. Die Schattenseiten des Online-Vertriebs.
Meine Quelle. Nichts geht mehr.

Ein verschenkter Verkaufstag, verärgerte potentielle Kunden.
Mögen die Mitarbeiter die Probleme so schnell wie möglich in den Griff bekommen.

Update:  Quelle hat inzwischen den Hinweis von meinem Blog erhört und den gesamten Grafikmüll inklusive dem Intershop abgeschaltet.
Nun kann man wieder seinen Katalog zu Hand nehmen, in ein Formular seine Wünsche eintragen und dann wird sich jemand melden, um die Preise mitzuteilen.
Viele Quelle-Mitarbeiter werden jetzt wohl erst mal weiterbeschäftigt. Bis die das alles abgearbeitet haben ist Ostern.

Handelsblatt: quelle-ausverkauf-bringt-webseite-zum-erliegen

Michael Moore – Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

Die WirtschaftsWoche veröffentlichte ein Interview mit Michael Moore zu dessen neuestem Film “Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte”.
Auf die folgenden Thesen des Regisseurs Michael Moore möchte ich näher eingehen:
a) Ein Prozent der Gesellschaft besitzt mehr Vermögen als die restlichen 99%,
b) Die Spieler des Kapitalismus beuten andere aus, um den Markt allein zu kontrollieren. Das gilt in allen Wirtschaftssektoren. Schauen Sie doch, was Goldman Sachs getan hat.
c) Wir brauchen mehr Kapitalismus, ein Sicherheitsnetz des Staates lehnt er ab,
d) Sozialismus funktioniert auch nicht, man braucht ein neues System, funktionierend auf demokratische Prinzipien, bei dem alle über die Verteilung des Wohlstandes mitreden sollten, z.B. Kooperativen, der Staat sollte Schlüsselindustrie kontrollieren.
e) die amerikanischen Gesetze verlangen von börsennotierten Unternehmen die Profite zu maximieren.
f) die Welt möge nicht Amerika nachahmen, weil sie sonst immer mehr Gewalt und Idioten bekommen
g) Ich bin eine Gefahr für Politiker und Konzerne, weil ich linke Politik massentauglich mache.
h) Sollte es auf die Barrikaden gehen?
Es steht ja kurz davor. Ich brauche ihm das gar nicht mehr zu sagen. Ich zeige den Leuten, dass sie nicht allein sind. Und dass sie sich nicht von den Konzernen einschüchtern lassen dürfen.
i) Wieso suchen Sie nicht die direkte Auseinandersetzung mit der Gegenseite?
Ich suche sie ja. Aber die Gegenseite geht mir aus dem Weg. Wenn eine amerikanische Talkshow mich einlädt, wollen sie auch jemand, der eine konträre Position vertritt. Aber da findet sich keiner.

So, so Herr Moore.
Dann lesen sie mal diesen Blog.
(hehehe, wer läßt sich schon von Konzernen einschüchtern?)

Die Welt braucht kein neues Wirtschaftssystem.
Es ist schon längst erfunden, auf dem alten Kontinent und nennt sich “Soziale Marktwirtschaft”.
Seinen Ursprung hat dieses Wirtschaftssystem in einem jahrhundertelangen Entwicklungsprozeß, bestehend aus Trauen, Vertrauen und sozialer Fürsorge.
Das eigentliche Problem besteht darin, daß die Menschen wirklich auf die Straße gehen, diesen natürlichen Entwicklungsprozeß hinwegfegen und ein neues, rein theoretisches Modell ausprobieren, mit unvorhersehbarem Ausgang. 
Die Betrachtung zu den Einkommensverhältnissen ist, Entschuldigung, rein Kapitalistisch.
Zur Diskussion steht das System, wie Wohlstand für möglichst viele Menschen erreicht werden kann.
Geld und Vermögen ist völlig unerheblich.
Irgendwann wird es auch der letzte Mohikaner in dieser Wirtschaftskrise merken.
Der Mensch verschwendet viel zuviel Zeit mit dem sinnlosen Anhäufen von Geld und Vermögen.
Innerhalb von Minuten kann alles vernichtet sein oder man selbst das Leben aushauchen.
Geld, Vermögen, Leben kann nicht konserviert werden. Exodus.
Relativ langlebig ist tradierte Kultur, die Weitergabe von positiven Erfahrungen.
Es gibt auch schon die Systeme, wie allgemeiner Wohlstand erreicht werden könnte.
Es sind die demokratischen Parlamente, die Gesetze erlassen können, um einer möglichst breiten Bevölkerung ein Leben in Wohlstand zu ermöglichen.
Der Bürger kann über die Zusammensetzung der Parlamente selbst entscheiden.
Dabei sollte der Bürger allerdings einige seiner kapitalistischen Ansichten ablegen.
Der Gewinn wird nicht maximiert, indem kurzfristig abgezockt und dabei der Markt ruiniert wird.
Firmen wie Goldman Sachs, Mircosoft oder Google befolgen eben gerade nicht die amerikanischen Gesetze, weil sie mit ihren Handlungen die Märkte ruinieren und sich selbst um ihre zukünftigen Gewinne bringen.
Der Software-Markt für PCs ist doch so gut wie tot, das Anhäufen von Geld zur Altersvorsorge wurde von Goldman Sachs ad absurdum geführt, Autoren die kein Geld mehr verdienen, werden auch keine neuen Texte produzieren und Wissen nicht mehr niederschreiben.
Langfristig ist die kurzfristige Raffgier ein Desaster.
Der alte Kaufmann vom alten Kontinent war stets darauf bedacht, faire Geschäfte zu machen und erfreute sich an der Entwicklung seiner Geschäftspartner, weil das auch ihm zugute kam.
Gewinnmaxierung ist kein kurzfristiges abzocken, sondern ein lanfristiges Entwickeln und Fördern.
Ein Ignacio Lopez hat nur verbrannte Erde hinterlassen und Opel ruiniert. Die Gewinnmaximierung wurde da völlig verfehlt.
Kapitalismus hat nichts mit Umverteilung zu tun, es ist die Ressource, mit der Märkte langfristig entwickelt werden können.
Desto breiter diese Ressource gestreut ist, desto nachhaltiger entwickeln sich die Märkte.
Womit wir beim letzten, dem wichtigsten Punkt wären.
Wirtschaften hat relativ wenig mit Kapitalismus zu tun.
Unter Wirtschaften wird das Optimieren des Einsatzes von Produktionsfaktoren verstanden.
Nur der Karl-Marx-Verwirrte leitet daraus eine Kapitalismuskritik ab.
Warum sollte nicht sparsam mit Mensch, Natur und Geldmitteln umgegangen werden?
Wer nicht wirtschaftet, der verschwendet.
Eine ganze Generation, die glaubte, sich zwischen Mao und Raffgier entscheiden zu müssen, hat sich getäuscht und bekommt nun die Quittung für ihr Verhalten.
Dabei stand ethisches Verhalten in der Wirtschaft spätestens seit Mitte der 70er Jahre auf dem Lehrplan der Wirtschafts-Universitäten.
Aber welcher führende Politiker oder Industriekapitän hat schon Wirtschaft studiert?

Artikel Wirtschaftswoche: Der freie Markt existiert nicht mehr

Verfassungsklage gegen Steuersenkungen – wie Parlamente sich selbst aushebeln

Wie das Handelsblatt berichtete überlegt Wolfgang Böhmer (CDU) eine Verfassungsklage gegen die Steuersenkungspläne der schwarz-gelben Koalition.
„Wenn ein Bundesland durch Steuergesetze des Bundes gezwungen wird, gegen die Schuldenbremse zu verstoßen, sollte man über eine juristische Überprüfung nachdenken.“ Zuvor hatten bereits sozialdemokratische Landeschefs einen Gang zum Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe nicht ausgeschlossen.”

Das Schöne in diesem deutschen Juristenland ist, daß irgendwann die Parlamente, Wahlen und Bürgerwünsche völlig uninteressant werden.
Das juristische System regiert sich selbst, bis zum bitteren Ende.
Da keiner mehr die Vielzahl der Gesetze überblickt, verabschieden die Parlamente munter weiter Gesetze, mit denen sie sich selbst aushebeln.
Es wird die Rentengarantie, die Schuldenbremse, Steuersenkungen und andere Gesetze verabschiedet, jedes für sich sich sinnvoll, aber in der Summe sind die Gesetze nicht einzuhalten, weil ein Gesetz das andere verbietet.
Wie gut, daß nun die Hälfte der Regierungsmitglieder Juristen sind und munter weiter ihre Henker-Schlingen knüpfen, bis der Exodus einkehrt.
Die Juristen sollten sich in einer solch bedrohlichen Lage schon einmal ernsthafte Gedanken darüber machen, ob ihr System dauerhaft funktionsfähig ist.
Und zwar völlig unabhängig davon, ob sich jemand dem Lager der Steuersenker oder dem der Steuererhöher verbunden fühlt.

Handelsblatt Artikel: Schwarz-Gelb droht aus CDU Verfassungsklage