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Ansichten und Meinungen

Burda iQ oder warum soziale Netzwerke scheitern

Warum scheitert ein soziales Netzwerk wie IQ zuerst bei der Bertelsmann-Tochter Lycos Europe und nun bei Hubert Burda Medien?

Die Antwort ist relativ einfach.
Es findet ein Wechsel des Nutzerverhaltens statt.
Die Leser möchten nicht nur passiv konsumieren, sondern mitgestalten, deshalb werden solche Netzwerke als “soziale Netzwerke” bezeichnet.
In einer Welt der 68er und ihrer Kinder gibt es aber kein soziales Verhalten.
Entweder Kommunismus, der ist gescheitert, oder Darwinismus, der scheitert gerade.

Ganze Generationen kennen nur diese Pole.
Mit ihrer Rücksichtslosigkeit und Brutalität prägen sie das öffentliche Leben.

Bertelsmann-Manager und Burda-Manager versuchen nun, aus “sozialen Netzwerken” Profit zu schlagen, ohne die Funktionsweise von sozialen Netzwerken verstanden zu haben.
Genau aus diesem Grunde scheitern sie an sozialen Netzwerken.
Da helfen die schönsten Sprüche nichts.

Soziale Netzwerke sind eine Erfindung der Generation Online und funktionieren nach sozialen Regeln.
Skrupellose, rüpelhafte und rücksichtslose Moderatoren haben darin nichts verloren.

Ganz deutlich wird das am auch Beispiel Wikipedia.
“Generation Online” hat eine kostenlose und werbefreie Wissenscommunity gebildet. Ein soziales Netzwerk.
Seit Bertelsmann nun versucht Einfluß auf Wikipedia zu nehmen und die Inhalte zu vermarkten, wendet sich die Generation Online von diesem Projekt ab.
Die Inhalte verlieren deutlich an Qualtität, es wird manipuliert, verfälscht und vermarktet.

Generation Online wendet sich auch gegen die ständige Bevormundung regulierungswütiger Verantwortlicher.
In einer Welt, in der jeder jeden betrügt, rücksichtslos über den Tisch zieht und Menschen ausbeutet, bedarf es strenger Regeln.
Es ist außerhalb der Vorstellungskraft der Darwingeneration, daß bestimmte Handlungen aufgrund von sozialer Kompetenz und menschlichem Verhalten unterbleiben.
Wer Darwinismus vorlebt, sät Darwinismus.
Daß die Welt dadurch besser wird und es menschlicher zugeht, darf bezweifelt werden.

Der Versuch von Großverlagen, soziale Netzwerke mit strengen Regeln und rücksichtslosem Verhalten der Moderatoren zu führen, ist zum Scheitern verurteilt.
Da können die Verlage Kritik unterdrücken und kritische User lebenslang deaktivieren, solange sie wollen, sie bekommen soziale Netzwerke einfach nicht auf die Reihe.
Es fehlt den Machern schlicht an basisdemokratischer Erfahrung.
Nur wer gelernt hat, völlig heterogene Menschen mit völlig heterogenen Zielen, in die von ihnen gewünschte Richtung sich bewegen zu lassen, der kann auch soziale Netzwerke führen.
Dazu bedarf es aber des Vertrauens und der Fähigkeit, Menschen von sinnvollem Verhalten überzeugen zu können.
Können Argumente und Lösungsvorschläge frei ausgetauscht werden, dann gibt es am Ende einfach eine Lösung, die im Schnitt besser ist, als eine angeordnete Lösung.
Wenn aber jegliche Kritik im Keime schon erstickt wird, wie das bei Bertelsmann oder Burda der Fall ist, dann ist Hopfen und Malz verloren.
Es ist sinnlos, sich am Sozialverhalten anderer Menschen bereichern zu wollen und gleichzeitig mit dem Aufstellen von Unterdrückungs- Ausbeutungs- und Deaktivierungs- Guidelines diese sozialen Gruppen zu zerstören.
Die User geben persönliche Antworten, persönliche Meinungen und möchten dafür im Gegenzug nicht als nichtsnützige, minderwertige und hilflose Nobodys von den Moderatoren behandelt werden.
Deswegen stößt der rücksichtslose Machtmißbrauch der Moderatoren so übel auf.

Siehe auch:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,628017,00.html

  1. 2 Kommentare zu
    “Burda iQ oder warum soziale Netzwerke scheitern”

  2. TServatius (Forumadmin Lycos IQ) nannte es aus betriebswirtschaftlicher Sicht “Intelligente Usercontent-Vermarktungsstrategien”. Die Zuordnung der kalten Darwinschen Sichtweise zur Lycos-IQ-Moderationstechnik beschreibt exakt, was vorsichgeht. Man will auf Lycos IQ keine Intelligenz sehen, sie würde das Mittelmass und Pappschachtelniveau und die überwiegende Anspruchslosigkeit dieser Internetplattform permanent blossstellen und automatisch entlarven. Um die Komplexität, die im menschlichen Mitteinander entstehen kann, trotzdem auf ein hohes Niveau zu führen, bedarf es genau dieser Eigenschaft. Sieht man sich deaktivierte Fragen an, fällt auf, dass die beiden dümmsten, aber rüdesten Mods schwer aktiv sind, wer hat das im Hause Burda zu verantworten? Noch niemand aus Offenburg und niemand aus München ( burda media ) hat sich den Internetusern präsentiert. Da strahlt einen die Langeweile an. (-;

    geschrieben von Volker13 am 22. Jul, 2009

  3. Alle Communities, die von großen Unternehmen geleitet werden sind zum scheitern verurteilt.
    Nur die, die von Privatpersonen, die sich für die User interessieren überleben. Lycos iQ und Yahoo Clever scheitern, Gutefrage.net nicht!

    geschrieben von Longhorn555 am 23. Jul, 2009

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